von Jessica Beinecke
Mittlerweile existieren zahlreiche Beispiele für eine erfolgreiche Umsetzung des Guerilla-Marketings. Einige bekannte Beispiele für das Guerilla-Marketing werden im folgenden angeführt:
Viral Marketing
Der Klassiker: Hotmail.com
Der kostenlose E-Mail-Dienst Hotmail.com ist das Paradebeispiel für effektives, gezieltes Viral Marketing (Vgl. Langner, 2009, 43). Hotmail.com startete 1996 mit einem kostenlosen E-Mail-Service für die breite Masse. Am Ende jeder verschickten Mail stand eine Signatur mit dem Hinweis auf die kostenlose E-Mail-Funktion von Hotmail: “P.S. Get your private, free email at Hotmail” (s. Abbildung 1). So verbreitete sich die Botschaft mit jeder verschickten Mail automatisch. Durch das Empfangen der Mail war es außerdem für den Empfänger ersichtlich, das Hotmail funktionierte (Vgl. Georgiadis, 23.06.2011 und Köhler/Sieb, 23.06.2011). So gelang es Hotmail, innerhalb von nur eineinhalb Jahren neun Millionen Nutzer zu werben, und das mit einem keinen Budget und wenig Aufwand (Vgl. Langner, 2009, 43).
Abbildung 1: Hotmail Signatur, in http://www.22michaels.com/2009/10/whats-our-get-your-free-email-at.html Stand: 23.06.2011
Bei dieser viralen Marketing Kampagne handelt es sich um passives Viral Marketing. Die Werbebotschaft verbreitet sich ganz automatisch durch die Nutzung des Produktes oder der Dienstleistung, ohne dass der Nutzer aktiv ins Geschehen mit eingreift. Anders beim aktiven Viral Marketing. Hier leitet der Nutzer die Botschaft eigenständig und aus eigenen Antrieb heraus weiter. Das funktioniert aber nur, wenn der Nutzer das Kampagnengut als so unterhaltsam ansieht, dass er das Bedürfnis verspürt, es anderen mitzuteilen. (Vgl. Köhler/Sieb, 23.06.2011).
Ambient Media
Coffee-to-go: Paris inklusive
Der Günstigflieger EasyJet nutzte einfache Pappbecher, um seine Werbebotschaft an den Kunden zu bringen. In Kooperation mit Ambermedia wurden 2005 knapp 100.000 Coffee-to-go-Becher in 180 Bäckereien platziert. Die auffallend orangen Becher waren mit Sprüchen wie „Café au lait. 26,99 € (Paris inklusive)“ oder „Latte Macciato. 26,99 € (Rom inklusive)“ bedruckt. Die kleinen Becher sorgten für viel Aufmerksamkeit (Vgl. Schulte, 2007, 93 und o.V.(l), 30.06.2011).
Abbildung 2: AmberCup für esayJet, in http://www.ambermedia.de/presse/download/amberCUP_mood6.jpg und http://www.ambermedia.de/presse/download/ambermedia_CUP_easyJet.jpg, Stand: 30.06.2011
Sensation Marketing
Klein aber fein: AXE ist unwiderstehlich
Axe Guerilla Kampagne mit dem Motto „the axe effect“ aus dem Jahre 2007 überzeugte durch Einfachheit und Ideenreichtum. Es wurden hinter Fluchweg- oder Toilettenschildern simple aber aussagekräftige Sticker geklebt (s. Abbildung 3). Die Axe-Werbebotschaft signalisierte, dass der Duft seiner Produkte den Mann so unwiderstehlich macht, dass sich keine Frau mehr halten kann, und visualisierte seine Botschaft mit dieser Aktion (Vgl. o.V.(o), Stand 04.07.2011).
Abbildung 3: AXE ist einfach unwiderstehlich, in http://www.guerilla-marketing-blog.de/Axe+Und+Guerilla+Sind+Unwiederstehlich.aspx, Stand: 04.07.2011
Ambush Marketing
Abercrombie & Fitch: Ambush Marketing während einer Wahlveranstaltung
Eine geschickte Ambush Marketing Aktionen präsentierte das US-amerikanische Modeunternehmen Abercrombie & Fitch während einer live im Fernsehen übertragenden Rede von Barack Obama zu den Präsidentschafts-Vorwahlen in Pennsylvania. Hinter dem damaligen Kandidaten standen – natürlich rein zufällig – drei Männer, alle gekleidet in T-Shirts der Marke (Vgl. o.V.(p), 07.07.2011).
Abbildung 4: Abercrombie & Fitch Ambush-Taktik während einer Wahlveranstaltung, in http://www.guerilla-marketing.com/weblog/archives/1803, Stand: 07.07.2011
Low-Budget-Guerilla-Marketing-Ideen
Guerilla Angriff auf die Gelben Seiten
Vor allem regional tätige Unternehmen sollten über eine Anzeige in den gelben Seiten nachdenken. Immerhin werden durch dieses Medium 65% der Bevölkerung erreicht. Auch hier gilt es sich vom Wettbewerb zu differenzieren und eine möglichst auffällige, kreative Anzeige zu schalten, die dem Betrachter sofort ins Auge fällt und sich von den Anzeigen der Konkurrenz möglichst abhebt. Eine Anzeige in den gelben Seiten erhält man schon ab ca. 250 Euro (Vgl. Schulte, 2007, 109).
Guerilla Visitenkarten: Denn erste Eindruck zählt
Individuelle und kreativ gestaltete Visitenkarten können einem Unternehmen helfen, sich von der Konkurrenz abzuheben und aus der Masse herauszustechen. Außerdem repräsentieren Visitenkarten das Unternehmen und sind ein sehr langlebiges Werbemittel (Vgl. o.V. (s), 25.07.2011). Folgende Abbildung verdeutlicht, wie Guerilla Visitenkarten aussehen können:
Abbildung 5: Guerilla Visitenkarten, in http://www.machtfrisch.de/2009/02/01/guerilla-marketing-mit-der-visitenkarte/ und http://www.marketing-blog.biz/blog/archives/839-TRENN-VOR-RICHTUNG.html und http://www.smartdexblog.de/2007/11/aus-der-masse-h.html, Stand: 25.07.2011
Verkleidete Promotion Teams
Verkleidete Promotion Teams erzeugen hohe Aufmerksamkeit, sind unkonventionell und Überraschen. Wichtig bei den 2-3-Mann-Teams ist die auffallende Verkleidung, die aber gleichzeitig Produkt, Dienstleistung oder Marker reflektiert. Aber auch bunte T-Shirts, Mützen und Transparente eigen sich für das Promotion Team um auszufallen. Solche Teams eignen sich hervorragend um Flyer, Merchandisingartikel oder kleine Give-aways zu verteilen (Vgl. Schulte, 2007, 111 und Holzbauer et al. 2005, 88)
Guerilla Marketing als Kunstwerk
Straßenbemalung als Werbeform kommt dem Konzept des Ambient Media sehr nahe. Hier werden mit Kreide, Sprühdosen, Stiften und Farbe, Slogans, Logos und Sprüche auf Hauswände, dem Gehweg oder auf anderen ausgewählten öffentlichen Locations platziert. Herbei ist natürlich darauf zu achten, dass die Farbe leicht wieder zu entfernen und umweltfreundlich ist, sonst könnten rechtliche Konsequenzen drohen (Vgl. Beller, 2007, 22 und Schulte, 2007, 115).
Abbildung 6: Kostengünstiges Ambient Media Marketing, in http://www.werbung-out-of-the-box.de/guerilla-marketing/guerilla-marketing/ und http://volderette.de/index.php/tag/guerilla-marketing/, Stand: 25.07.2011
Auf den Hund gekommen: Dogvertising
Beim Guerilla Marketing gilt: je ausfallender die Werbefläche desto besser, denn eine ungewöhnliche Werbefläche bedeutet mehr Aufmerksamkeit. Somit war es wohl auch nur eine Frage der Zeit bis sich Marketingagenturen für Tiere – vornehmlich Hunde – als Werbeträger entschieden haben. Ob nun einfach mit wasserlöslicher Farbe bemalt oder mit bedrucktem Geschirr – Dogvertising erzeugt Aufmerksamkeit und kostet nicht viel.
Abbildung 7: Guerilla Dovertising, in http://blog.epromos.com/oppositeadjacent/mans-best-friend-vertising/ und http://www.frederikhermann.com/archives/dogvertising/, Stand: 25.07.2011










Liebe Frau Prof. Dr. Heike Simmet,
Sie gestatten hoffentlich ein paar kurze Fragen? Wie kommt es, dass Sie uns einen Pingback schicken, hier auf dieser Seite aber keinen Hyperlink darstellen?
Und da stellt sich gleich die nächste Frage: Ist es denkbar, dass Sie vom “Bloggen” schlicht keinen blassen Schimmer haben?
Hyperlink ist nun gesetzt. Ich übe noch:))
Und ich dachte, Sie lehren Social Media…
Guten rutsch.
Social Media ist mehr als bloggen …. Guten Rutsch
Sicher. Bloggen, Links setzen, das ist nur das kleine 1 mal 1. Wenn Sie sich ohne dieses Wissen in die Quantenphysik vorwagen, sind ihre Vorlesungen sicher sehr unterhaltsam.
Ich lehre nicht im Handwerk, sondern in der Wissenschaft:))
Wissenschaft ist die Erweiterung von Wissen durch Forschung, nicht wahr? Die Erweiterung von Wissen setzt das Vorhandensein von (Grund)Wissen voraus, oder?
Reden Sie es sich nicht schön, Frau Prof. Dr. Simmet…