Auswirkungen der Zielgruppe Best Ager auf werbliche Kommunikationskonzepte in Deutschland

Sebastian Riemenschneider

Sebastian Riemenschneider - Erster Master im Studiengang Change Management in KMU

 

Abstract einer Master-Thesis an der Hochschule Bremerhaven im Studiengang Change Management in kleinen und mittelständischen Unternehmen

Die Arbeit entstand vor dem Hintergrund, dass in den Medien vornehmlich jüngere Menschen zu sehen sind, obwohl die Zielgruppe Best Ager als konsumfreudig und kaufkräftig beschrieben werden kann. Nicht nur ihre Konsumfreudigkeit und Kaufkraft, sondern vor allem der Aspekt, dass sich Deutschland in einem demografischen Wandel befindet und die damit verbundene Alterung Deutschlands, macht dieses Thema so interessant. Unter Alterung ist hier die Kombination aus Geburtenrückgang und Erhöhung der Lebenserwartung zu verstehen. Dies bedeutet, dass die Anzahl der älteren Menschen zunimmt, währenddessen die Anzahl der jüngeren Menschen gleichzeitig abnimmt. Aus der Pyramiden-Form, die die Altersstruktur noch zu Beginn des letzten Jahrhunderts hatte, hat sich mittlerweile eine Zwiebel-Form entwickelt, in der besonders die Geburtenstarken Jahrgänge der 1950er und 1960er vertreten sind.

Durch die Vielfältigkeit der Bereiche um das Themengebiet „Best Ager“, befasst sich die Arbeit näher mit der werblichen Ansprache dieser Zielgruppe. Durch die Arbeit soll eine begriffliche Abgrenzung und Charakterisierung der Best Ager, die Ermittlung ihrer Bedeutung und ob diese Bedeutung insbesondere von den Werbetreibenden erkannt wird sowie die Herausarbeitung der Anforderungspunkte an eine Best Ager Werbung und die Prüfung, ob diese auch in aktuellen Werbeanzeigen eingehalten werden, erzielt werden. Ausgangspunkt für die Arbeit bilden hierbei folgende Hypothesen:

Hypothese 1:

- Der Begriff „Best Ager“ ist heutzutage noch nicht genügend abgegrenzt/ definiert, und eine Verwechslungsgefahr zu den „typischen Senioren“ ist gegeben.

Hypothese 2:

- Die Zielgruppe Best Ager gewinnt zunehmend an Bedeutung, was jedoch noch nicht von Unternehmen und vor allem den Werbetreibenden erkannt wird.

Hypothese 3:

-  Heutige Kommunikationskonzepte erfüllen noch nicht die Anforderungen an ein gelungenes Konzept, bezogen auf die Zielgruppe Best Ager.

Aufbauend auf einer umfangreichen Literaturarbeit folgt eine empirische Untersuchung. Hierbei kommt die Methode der Befragung, in Form eines persönlichen Interviews sowie die Methode der Inhaltsanalyse zum Einsatz. Mittels des persönlichen Interviews wird der Kenntnisstand zu diesem Themengebiet in einem Beispielunternehmen ermittelt und analysiert, ob die Bedeutung der Zielgruppe Best Ager erkannt wird. Mittels der Inhaltsanalyse wird festgestellt, ob die Best Ager in der Werbung vernachlässigt werden oder das Potential der Best Ager von den Werbetreibenden erkannt wird. Zudem wird dargestellt, ob erfolgversprechende Konzepte vorhanden sind.

Obwohl das Themengebiet „Best Ager“ schon seit mehr als 20 Jahren erforscht wird, gewinnt es erst seit diesem Jahrzehnt an Bedeutung. Neben dem Begriff „Best Ager“ existieren eine Vielzahl anderer Begrifflichkeiten wie „Junge Alte“, „50+ Generation“, „Silver Ager“, „Selpies“ und „Neue Alte“ mit zum Teil unterschiedlicher Bedeutung. Auch werden gleiche Begriffe mitunter unterschiedlich definiert. Die Vielzahl an Begriffen erschwert es eher sich mit dem Themengebiet auseinander zu setzen, als dass sie eine Hilfestellung sind. Besonders kleine und mittelständische Unternehmen besitzen nicht die notwendigen Ressourcen sich tiefgreifender mit dem Thema zu befassen. Begriffe wie Senioren oder Rentner sind jedoch zur Ansprache dieser Zielgruppe nicht geeignet. Aber sind auch neue, besser klingende Begriffe nicht geeignet, wenn es wieder nur um die Vermarktung von Corega-Tabs geht. Es lässt sich feststellen, dass der Begriff „Best Ager“ am sinnvollsten erscheint. Durch die Heterogenität der Best Ager kann jedoch auch dieser Begriff nur als ein Überbegriff angesehen werden.

Oftmals wird die Zielgruppe Best Ager als diejenigen Menschen definiert, die über 50 Jahre alt sind. Jedoch reicht eine bloße Altersangabe nicht aus, um die neuen Alten konkret begrifflich abzugrenzen. Das Alter ist bei der Betrachtung der Best Ager zwar von Bedeutung, jedoch ist es nicht ausreichend, um diese Zielgruppe exakt zu definieren. Es muss bedacht werden, dass selbst Menschen mit gleichem Alter und gleicher Bildung völlig unterschiedliche Einstellungen und Verhaltsweisen besitzen können. Auch muss berücksichtig werden, dass zwischen einem faktischen, biologischen und gefühlten Alter unterschieden werden muss. Bei der Betrachtung der Zielgruppe Best Ager ist besonders das gefühlte Alter von Bedeutung. Hiernach sind Best Ager als diejenigen Menschen anzusehen, die sich gefühlsmäßig in der Mitte ihres Lebens befinden. Zudem werden Altersangaben für die Zielgruppe der Best Ager willkürlich festgelegt.

Heutzutage verbindet man mit dem Thema „Alt“ noch eine eher defizitäre Sichtweise. Jedoch lässt sich feststellen, dass vermehrt positive Seiten des Älterwerdens erkannt werden. In der heutigen Gesellschaft sind zwei Vorstellungen über die älteren Menschen vertreten. Zum einen die des gebrechlichen Alten und zum anderen, die des aktiven Alten. Aus dem Grund, dass man mittels des faktischen Alters nicht auf das gefühlte Alter eines Menschen schließen kann, kann man gar nicht so genau sagen, wie alt eine Person wirklich ist bzw. ab wann man jemanden als „Alt“ betiteln kann. Es kann jedoch festgehalten werden, dass sich Best Ager in etwa um 13 Jahre jünger fühlen als sie tatsächlich sind.

Die Gruppe der „Älteren“ stellt von allen Gruppen die Heterogenste dar. Da man mittels des faktischen Alters nicht mehr genügend einen Menschen beschreiben bzw. abgrenzen kann, muss die begriffliche Abgrenzung der Best Ager auf Basis ihrer Werte und Einstellungen vorgenommen werden. Auch wenn das faktische Alter  nicht ausreichend ist, um die Best Ager zu definieren, so ist es jedoch ein wertvolles Hilfsmittel, um beispielsweise das zahlenmäßige Ausmaß oder die finanziellen Verhältnisse einer bestimmten Altersgruppe zu bestimmen.

Die Werte und Einstellungen der Best Ager lassen sich nicht mehr mit denen der „Alten Alten“ vergleichen. Galten die „Alten Alten“ als passiv, sparsam, bescheiden und genügsam, so sind die Best Ager als aktiv, tolerant, aufgeschlossen und unabhängig zu beschreiben. Der Wertewandel von den „Alten Alten“ zu den „Neuen Alten“ kann zwischen den älteren Alten, also diejenigen, die vor 1940 geboren sind und den jüngeren Alten, also diejenigen „Alten“, die ab 1940 geboren sind, angesiedelt werden.

Best Ager besitzen ein positives Lebensgefühl und Genuss spielt bei ihnen im Gegensatz zu den älteren Menschen früherer Generationen eine entscheidende Rolle. Man möchte sein Leben genießen und sich etwas gönnen, anstatt zu sparen. Auch haben sie für solch ein genussvolles Leben mehr Zeit hinzugewonnen, da ihre Kinder in der Regel erwachsen sind oder man sich bereits im Vorruhestand oder Ruhestand befindet. Die neu gewonnene Zeit ist ihnen wichtig und daher wollen sie diese sinnvoll nutzen. Auch erhalten zu Beginn des Ruhestandes Hobbies eine wichtige Rolle. Best Ager sind mit ihrer Lebenssituation zufrieden. Durch ihre Lebenserfahrung besitzen sie eine innere Ruhe und eine Selbstsicherheit. Neben mehr Zeit besitzen sie die nötigen finanziellen Mittel, um ihren Genuss auszuleben. Auch erhalten sie durch ihre finanziellen Mittel ihre Selbstsicherheit. Für die Best Ager sind soziale Kotakte wichtig. Best Ager sind in der Regel körperlich und geistig fit. Zudem ist ihnen ihr äußeres Erscheinungsbild wichtig. Auch wenn ein Wertewandel bei den älteren Menschen zu erkennen ist, muss festgehalten werden, dass weiterhin ältere Menschen mit traditionellen Wertevorstellungen vorzufinden sind, dieser Anteil jedoch abnimmt. Die Wertevorstellungen der neuen Alten lassen sich demgegenüber vermehrt vorfinden.

Es muss klar sein, dass es sich bei den Best Agern nicht um Senioren handelt. Dies bedeutet weiterhin, dass Best Age Marketing nicht mit Seniorenmarketing gleich gestellt werden darf, was jedoch noch häufig geschieht. Seniorenmarketing gab es bereits vor dem Best Age Marketing und wird es auch weiterhin geben. Best Ager sind nicht mehr jung aber auch noch nicht im eigentlichen Sinne alt. Sie wollen nicht als Senioren angesehen werden, da mit dem Begriff „Senioren“ auch „alt sein“ verbunden ist und Best Ager möchten nicht alt sein. Best Ager müssen aber auch zu den „Jüngeren“ abgegrenzt werden. Hier muss begriffen werden, dass man die Best Ager weder zu den Senioren zählen darf noch zu den „Jüngeren“, sondern man muss sie als eigenständigen Teil der Gesellschaft anerkennen.

Heutzutage findet man eine Vielzahl unterschiedlicher Typologien älterer Menschen vor. Auch wenn die Best Ager schon eine bestimmte Gruppe der Gesamtbevölkerung ausmachen, sollten sie trotzdem weiter unterteilt werden. Mittels Typologien können ältere Menschen segmentiert werden, um eine bestmögliche Zielgruppenansprache zu ermöglichen. Besonders werden sogenannte Lifestyle-Typologien hervorgehoben, da diese keine Unterteilung anhand des Alters vornehmen, sondern die „Älteren“ beispielsweise nach ihren Werten, Einstellungen und Freizeitverhalten gruppieren. Diese können zusätzlich durch soziodemografische Daten ergänzt werden. Aber auch die Lifestyle-Typologien sind nicht kritiklos. Sie werden als unwissenschaftlich bezeichnet, da es durch die Heterogenität der „Älteren“ nicht genügend sei, diese in drei bis fünf Typen zu unterteilen.

Die Zielgruppe der Best Ager kann als sehr bedeutungsvoll eingestuft werden und diese Bedeutung wird weiterhin ansteigen. Einige bezeichnen die Best Ager sogar als die attraktivste Zielgruppe überhaupt. Durch gute Produkte und Konzepte bezogen auf die Zielgruppe Best Ager können die Umsätze und Gewinne eines Unternehmens gesteigert werden. Die Bedeutung der Best Ager resultiert aus der steigenden Anzahl älterer Menschen, ihrer Konsumfreudigkeit, der hohen Kaufkraft und dass sie als aktive Konsumenten eingestuft werden können. Zudem können Best Ager als gute Meinungsmultiplikatoren angesehen werden. Dies bedeutet, dass die Meinung der Best Ager sowohl bei den „Jüngeren“ als auch bei den Senioren gefragt ist.

Best Ager besitzen mehr finanzielle Mittel als die übrige Bevölkerung. Neben einem hohen frei verfügbaren Einkommen sind sie auch oftmals Erben. Beim Konsumverhalten der Best Ager kann festgestellt werden, dass sie als anspruchsvolle Kunden eingestuft werden können, die durch ihre hohe Lebenserfahrung genaue Vorstellungen darüber haben, was sie wollen und sich vor einem Kaufentscheid genau informieren anstatt spontan zu handeln. Spontankäufe sind bei den Best Agern nur vorzufinden, wenn es sich um wirklich lukrative Angebote handelt. Best Ager haben hohe Ansprüche an die Produkte/ den Leistungen, dem Service, dem Personal sowie dem Unternehmen. Der Nutzen eines Produktes bzw. einer Dienstleistung steht beim Konsum der Best Ager besonders im Vordergrund. Best Ager bevorzugen eher Markenprodukte, jedoch gilt eine Markentreue bei den Best Agern nur noch, wenn sie von der Marke überzeugt sind. Das heißt, dass auch Best Ager ihre Marke wechseln würden, falls sie mit dieser nicht mehr zufrieden sind. Best Ager sind bereit für Qualität auch das entsprechende zu bezahlen. Aber haben auch sie nicht unbegrenzte finanzielle Ressourcen zur Verfügung. Best Ager sind offen für Neues. Außerdem ist der Konsum der Best Ager davon geprägt, sich Sachen leisten zu können, dabei spielen Statussymbole jedoch keine Rolle.

Besonders interessieren sich Best Ager für die Themen Gesundheit, Fitness, Wellness, Wohlbefinden, Familie, Freunde, Partnerschaften, Beruf und Weiterbildung. Diese Themen werden als Lebensthemen bezeichnet. Neben den Lebensthemen können Freizeitthemen wie beispielsweise Mode, Wohneinrichtung und Reisen für Best Ager hervorgehoben werden. Diese Lebens- und Freizeitthemen können bei der Ansprache der Best Ager gezielt angesprochen werden, um die Wahrnehmung sowie Aufmerksamkeit zu erhöhen.

Unter Kommunikation lässt sich allgemein die Übermittlung/ der Austausch von Botschaften verstehen. Wenn es sich bei der Botschaft um eine werblicher Natur handelt, spricht man von Werbung. In der heutigen Zeit werden aufgrund des Information-Overloads immer weniger von den angebotenen Informationen wahrgenommen. Es kann davon ausgegangen werden, dass mittlerweile nur noch zwei Prozent der werblichen Informationen wahrgenommen werden.

Bevor man sich in Rahmen des Best Age Marketing mit den Best Agern befassen kann, müssen erst einmal die Unternehmen diese lukrative Zielgruppe für sich entdecken. Das Ausmaß der Ansprache der Zielgruppe Best Ager ist allerdings auch abhängig von der tatsächlich vorzufinden Zielgruppe des Unternehmens. Galten bisher die 14- bis 49-Jährigen als werberelevante Zielgruppe und hier sogar eher der jüngere Anteil, müssen heutzutage auch die Best Ager zur werberelevanten Zielgruppe gezählt werden. Das Marketing darf die Best Ager nicht als homogene Einheit ansehen. Differenzierte Ansätze sind zwingend notwendig. Es müssen gezielt die Werte und Vorstellungen der Best Ager angesprochen werden. Mit zunehmendem Alter verändern sich die Bedürfnisse der Menschen. Zur Erreichung der Zielgruppe Best Ager benötigen die Unternehmen ein gutes Produkt und eine gute Kommunikation. Über das Alter lassen sich immer weniger die Werte und Einstellungen der Menschen ermitteln. Ein Marketing welches sich nur am Alter orientiert ist nicht erfolgversprechend. Eine altersunabhängige Zielgruppenansprache ist auch der Grundgedanke des Ageless Marketing. Allerdings muss auch bei einem Ageless Marketing bedacht werden, dass Konzepte besonders auf den Bedürfnissen älterer Menschen aufgebaut werden müssen, da auf Best Ager ausgerichtete Marketingmaßnahmen, Produkte und Dienstleistungen auch für jüngere Menschen von Interesse sind, anders herum dieses jedoch nicht gilt.

Zur Einstellung der Werbetreibenden gegenüber der Zielgruppe Best Ager und die Qualität heutiger Best Ager Konzepte sind unterschiedliche Meinungen vorhanden. Zum einen findet man Meinungen vor, die aussagen, dass sich die Werbetreibenden immer noch nicht mit den Best Agern identifizieren können, ältere Menschen nicht so häufig wie jüngere Menschen in Werbung erscheinen und Konzepte immer noch nicht gelungen sind. Zum anderen wird gesagt, dass die Konzepte schon besser geworden sind, die Best Ager vermehrt authentisch dargestellt werden und die Werbetreibenden die Zielgruppe Best Ager zunehmend für sich entdecken.

Best Ager sind der Werbung nicht aufgeschlossener gegenübergestellt als die jüngeren Menschen. Generell kann jedoch gesagt werden, dass sie offen für Werbung sind, die Wirtschaftlichkeit erkennen und Werbung als nützliche Informationsquelle ansehen. Allerdings sind Best Ager vornehmlich der Ansicht, dass sie die Werbung nicht authentisch widerspiegelt. Weiterhin fühlen sich Best Ager von der heutigen Werbung nicht genügend beachtet, aber sie möchten auch keine offensichtlich für sie speziell entwickelte Werbung. Hieraus ist erkennbar, dass eine Ansprache der Best Ager als kompliziert angesehen werden kann.

Ein entsprechendes Werbekonzept ist abhängig vom Angebot eines Unternehmens. Aufgrund der Heterogenität der Best Ager können keine allgemeinen Regeln für eine optimale Ansprache aufgestellt werden. Jedoch gilt es einige Grundanforderungen zu beachten, damit ein Konzept erfolgreich werden kann. Auf folgende Punkte sollte hierbei geachtet werden:

-  falsche Denkweisen ablegen, wie z. B., dass man über die Ansprache einer jüngeren Zielgruppe auch die Best Ager erreicht

-  Klischeevorstellungen über eine ältere Zielgruppe vergessen, wie beispielsweise Treppenlifte und typische Seniorenkleidung

-  das richtige Alter zur Ansprache wählen, d. h. bedenken, dass sich Best Ager generell jünger fühlen

-  Best Ager authentisch abbilden

-  kein Bezug zum Alter herstellen

-   die Best Ager nicht ausgrenzen, sondern als Teil der Gesellschaft anerkennen

-   Nutzen herausstellen ohne altersbedingte Defizite zu erwähnen

-   die Werbung im richtigen Umfeld platzieren, damit die Werbebotschaft aufgenommen werden kann

-   die richtigen Schlüsselbegriffe zur Ansprache finden, wie z. B. Gesundheit oder Lebensfreude

-  bereits innerhalb der Werbung dem Best Ager Sicherheit geben

-  geschmacklosen Humor vermeiden

-  auf eine klare und einfache Werbung achten

-  Beachtung einiger Text- und Sprachregeln, wie z. B. geeignete Schriftgrößen

-   geeignete Bilder finden, d. h. Bilder, die beispielsweise Vitalität ausstrahlen

-   Best Ager geeignete Farbgebung, dies bedeutet, nicht zu schrill und zu bunt

-   Musik eignet sich zur Untermalung der Werbebotschaft

Durch gelungene Konzepte können die Best Ager erfolgreich erreicht und angesprochen werden.

Zur Ansprache der Best Ager eignen sich verschiedene Medien, doch können besonders Printmedien hervorgehoben werden. Auch wenn Best Ager einen höheren Freizeitanteil vor dem Fernseher verbringen, besitzen Printmedien einen Vorteil gegenüber der TV-Werbung. Ein TV-Spot hat nur einen gewissen Zeitrahmen zur Verfügung, um die Werbebotschaft zu übermitteln. Bei Printmedien können sich die Best Ager die Zeit selbst einteilen und gegebenenfalls die Anzeige mehrmals durchgehen. Es lässt sich auf jeden Fall feststellen, dass heutzutage aufgrund des Information-Overload immer verschiedene Werbekanäle gleichzeitig verwendet werden sollten.

Auch wenn Best Ager generell gesundheitlich nicht stark beeinträchtigt sind, müssen in den Werbekonzepten altersbedingte Einschränkungen integriert werden. So muss das Werbekonzept vor allem eine Verschlechterung der Sehkraft und eine verlangsamte Wahrnehmung berücksichtigen

Bei der Auswahl von geeigneten Best Ager Models gilt es zu beachten, dass diese die Best Ager wahrgetreu widerspiegeln müssen, sie sollten alterslos sein, aber wiederum eindeutig als „alt“ zu erkennen sein und trotzdem eine gewisse Attraktivität ausstrahlen sowie sich positiv auf das Beworbene auswirken und die Produktaussage verkörpern.

Besonders werden Unternehmen aus dem Bereich Gesundheit von dem demografischen Wandel profitieren. Diese werden auch als natürliche Gewinner bezeichnet. Weiterhin können auch Unternehmen aus den Bereichen Reisen, Körperpflege und Hauseinrichtungen zu den natürlichen Gewinnern gezählt werden. Aber generell kann gesagt werden, dass bei entsprechenden Konzepten in fast allen Branchen positive Effekte erzielt werden können.

Best Ager nutzen zudem vermehrt das Internet, um beispielsweise hier mit anderen Menschen zu kommunizieren, gezielt Einkäufe zu tätigen oder Informationen einzuholen. Besonders bei der Zielgruppe Best Ager ist auf ein „barrierefreies Internet“ zu achten.

Durch eine Untersuchung aktueller Werbeanzeigen in Publikumszeitschriften kann festgestellt werden, dass von einer Vernachlässigung der Zielgruppe Best Ager nicht gesprochen werden kann. Jedoch haben vornehmlich Unternehmen aus den Bereichen Gesundheit und Kosmetik diese Zielgruppe für sich entdeckt. Nur noch ein geringer Anteil an Werbeanzeigen stellt die ältere Werbegestalt als „typische Senioren“ dar. Unter den analysierten Werbeanzeigen konnten gelungene Anzeigen ermittelt werden. Diese stammen jedoch lediglich aus dem Bereich Gesundheit. Andere Branchen hinken dem noch stark hinterher und haben anscheinend noch nicht das Potential der Best Ager erkannt. Unternehmen, die das Potential der Best Ager nicht erkennen und weiterhin nur eine jüngere Zielgruppe ansprechen, werden es künftig am Markt schwer haben. Die häufigsten Fehler werden im Bereich der direkten Altersansprache, Ausgrenzung der Best Ager durch eindeutige Best Ager Produkte bzw. Best Ager Werbeanzeigen, Nennung altersbedingter Defizite, eines zu schlecht zu lesenden Textes und/ oder der Verwendung von Fremd- und Fachwörtern, ohne diese zu erklären, festgestellt.

Da es den Muster Best Ager nicht gibt, kann auch an dieser Stelle kein Muster-Werbekonzept für die analysierte mittelständische Fischfeinkost-Firma gegeben werden. Da im untersuchten Fall das Unternehmen die Best Ager nicht alleine ansprechen möchte, eignen sich vor allem Konzepte, die die Best Ager innerhalb einer Gemeinschaft mit unterschiedlichen Altersgruppen darstellen oder die einen Best Ager als Experten abbilden. Durch die Darstellung mit unterschiedlichen Altergruppen wird nicht nur eine Altergruppe angesprochen und der Best Ager wird besonders in der Gesellschaft integriert. Die Abbildung als Experten eignet sich aus dem Grund, da die Meinung der Best Ager bei den jüngeren Menschen als auch bei den Senioren gefragt ist und somit auch verschiedene Generationen angesprochen werden können. Im untersuchten mittelständischen Unternehmen würden sich besonders Printmedien, In-Store-Promotions, Plakatwerbung unter der Beachtung entsprechender Anforderungspunkte, Direct-Mailings und Werbung im Internet eignen.

Aufgrund der in der aktuellen Literatur noch häufig vorzufindenden uneindeutigen begrifflichen Abgrenzung der Best Ager, erscheint es als notwendig eine klare und umfassende Definition zu finden. Als Best Ager sollen die Personen zusammengefasst werden, die sich gefühlsmäßig in der Mitte ihres Lebens befinden und ein positives Lebensgefühl besitzen, eine moderne Lebenseinstellung und besondere Bedürfnisse haben, qualitätsbewusst sind, ihr Leben genießen und aktiv gestalten, wobei hier unter aktiv auch eine kulturelle Aktivität zu verstehen ist, in der Regel geistig fit und körperlich nicht stark beeinträchtigt sind sowie als ein Teil der Gesellschaft behandelt werden wollen, d. h. nicht als Senioren gelten möchten, aber auch zu den „Jüngeren“ abgegrenzt werden wollen. Zudem kann die Zielgruppe der Best Ager generell als konsumfreudig und kaufkräftig eingestuft werden. Aber kann auch solch eine umfassende Definition aufgrund der Heterogenität der Best Ager nur die generellen Charakteristika abdecken. Um diese Zielgruppe gezielt ansprechen zu können, müssen die Best Ager weiter segmentiert werden.

Künftig müssen Unternehmen es lernen, die Best Ager besser zu verstehen und eine eindeutige Abgrenzung zu finden. Weiterhin müssen auch andere Branchen die Zielgruppe Best Ager für sich entdecken. Unternehmen, und hier besonders die Werbetreibenden, müssen in Zukunft die Best Ager als Teil der Gesellschaft anerkennen und sie auch so zu behandeln; jedoch mit einer gewissen Sensibilität.

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Über Prof. Dr. Heike Simmet

Prof. Dr. Heike Simmet Professorin für Betriebswirtschaft Speaker und Beraterin
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