You Tube als Instrument des Personalmarketings

Von Anna Stelmachowski

YouTube ist das weltweit führende Videoportal, welches kostenloses Ansehen, Hochladen und Veröffentlichen von Videos ermöglicht. Gegründet wurde es im Jahre 2005 und schon ein Jahr später kam es zur Übernahme durch Google. Täglich kommt es auf diesem Portal zu zwei Milliarden Videoaufrufen und jede Minute werden 24 Stunden Videomaterial hochgeladen (Vgl. http://bit.ly/dAzR04). Aus dem Grunde der Beliebtheit und Aktualität dieses Social Media Mediums nimmt die Bedeutung der Nutzung von YouTube auch bei Unternehmen zu, besonders im Bereich des Personalmarketings und des Employer Brandings.

Unternehmen müssen sich vor dem Hintergrund der Reizüberflutung und des Informationsüberschusses sowie dem Bedeutungsverlust der Printmedien neuen Herausforderungen stellen, wenn sie im „War for Talents“ dem Kampf um die Talente, welche immer rarer werden, zu bestehen. In diesem Zusammenhang ist auch der Wandel vom Arbeitgebermarkt zum Bewerbermarkt zu nennen, denn heutzutage bewerben sich die Unternehmen bei den High Potentials und nicht mehr umgekehrt. Diese Entwicklung wird in den kommenden Jahren auch weiter zunehmen, nicht zuletzt durch Social Media Netzwerke wie Xing und LinkedIn. Durch diesen Prozess der Veränderung müssen Arbeitgeber bzw. Unternehmen an ihrer Attraktivität arbeiten, um potentielle Bewerber von sich zu überzeugen. Besonders wichtig ist dies für Mittelständler, denn diese werden auf dem Arbeitsmarkt von den Bewerbern kaum gesehen oder wahrgenommen. Zudem verfügen sie nicht über die nötigen Mittel für teure Imagekampagnen, wie es die Konkurrenz, die großen Konzerne, vormachen.

Eine Möglichkeit dem entgegen zu wirken, ist die Nutzung von YouTube beim Employer Branding sowie dem Personalmarketing. Unternehmen können hier unternehmenseigene Videos (Image-Videos) oder Mitarbeitervideos (Testimonial-Videos) hochladen, um einen authentischen oder auch emotionalen Einblick in das Unternehmen zu gewähren und somit den Bewerber von sich zu überzeugen. In selbst produzierten Clips können Ausbildungsgänge, verschiedene Berufsfelder oder auch Stellenanzeigen dargestellt werden. Zudem besteht die Möglichkeit einen eigenen Kanal einzurichten und diesen im Corporate Design zu gestalten (Vgl. Franke, 2010, 596). Die Vorteile eines solchen Kanals sind, dass alle Videos zusammenhängend gesammelt werden können und das Corporate Design einen seriösen Eindruck vermittelt. Außerdem gibt es die Option des Abonnierens eines solchen Kanals, so dass Interessenten immer über aktuelle Uploads informiert werden. Auch sind Verlinkungen des Kanals zur Karrierewebsite des Unternehmens möglich, wie auch das Einbinden von Videos auf der Unternehmenswebsite. Innerhalb eines solchen Kanals können Zuschauer Videos kommentieren, bewerten oder auch allgemeine Fragen zu Unternehmen stellen, wodurch es zum Dialog zwischen Bewerber und Unternehmen kommt (Vgl. Koch, 2011, 6ff.). Vorteile von Social Media Diensten wie Youtube sind zum Einen, dass Bewerber kostengünstig erreicht werden, da diese Dienste immer kostenlos sind und zum Anderen können Mitarbeiter langfristig an ein Unternehmen gebunden werden, denn im Employer Branding bedeutet „Kundenorientierung“ für zufriedene Mitarbeiter zu sorgen. In diesem Zusammenhang hat die Wertschätzung genau dieser Mitarbeiter höchste Priorität.

Durch „Social Media im Unternehmen können Mitarbeiter an einen Arbeitgeber gebunden und interaktiv in den Prozess einer authentischen und transparenten Markenbildung einbezogen werden“ (http://bit.ly/gRztj2). Diese Einbeziehung der Mitarbeiter ist deshalb so wichtig, da sich Mitarbeiter nur unter positiven Arbeitsbedingungen langfristig mit einer Unternehmensmarke identifizieren und ihre positiven Erfahrungen als Markenbotschafter nach außen tragen können (Vgl. http://bit.ly/gRztj2). Die wichtigste Voraussetzung für das ganze Geschehen ist jedoch eine konkrete Social Media-Strategie. Es müssen vorerst die wichtigsten Fragen geklärt werden, wie zum Beispiel die Frage nach dem Ziel des ganzen Vorhabens und dem Weg dorthin. Die Nutzung YouTubes im Personalmarketing birgt jedoch auch Nachteile. Ein Nachteil ist, dass Videos bis zu 4650 Euro kosten können. Hier gibt es jedoch auch eine kostengünstige Variante, bei der man eine Webcam und einen Teleprompter für 550 Euro kaufen kann. Hierbei werden zwar keine Hochglanzbilder gedreht, jedoch kann dies genau der entscheidende Vorteil sein, da diese Videos authentischer wirken können (Vgl. o.V. 2009, 22).Unternehmen, die heute schon mit sehr erfolgreich mit YouTube arbeiten, sind beispielsweise Bertelsmann, Telekom, E.On wie auch die Otto Group (Vgl. Franke, 2010, 54).

Es kann festgehalten werden, dass durch die Nutzung von YouTube potentiellen Bewerbern ein authentischer Einblick in ein Unternehmen gewährt werden kann und Unternehmen sich durch diese Nutzung von anderen abheben und somit einen Wettbewerbsvorteil erzielen können.

Literaturverzeichnis:

Koch, G.-H. (2011), Personalmarketing, Auenwald.

Internetquellen:

Horst, C., Mit Social Media in den War for Talents, in:
http://www.online-recruiting.net/images/Artikel+Social+Media+Personalmarketing.pdf, Stand: 16.05.2011.

o.V., YouTube – Daten, Zahlen, Fakten im Mai 2010, in:
http://www.elcario.de/youtube-daten-zahlen-fakten-im-mai-2010/1061/, Stand: 16.05.2011.

Zeitschrift:

Franke, C. (2010), Social Media im Recruiting, in: Arbeit und Arbeitsrecht, 10/10, S. 596-599.

Franke, C. (2010), YouTube der Blick hinter das Geschriebene, in: Personalwirtschaft, 09/10, S. 54.

o.V., Per Videobotschaft zu den Top-Kandidaten, in: werben & verkaufen, Nr. 11 03/09, S. 22.

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Über Prof. Dr. Heike Simmet

Prof. Dr. Heike Simmet Professorin für Betriebswirtschaft Speaker und Beraterin
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Eine Antwort zu You Tube als Instrument des Personalmarketings

  1. Ralf von Einem schreibt:

    Ein sehr relevantes Thema mit Blick auf einen Berufseinsteigermarkt, der zu 100% digitalisiert und geübt ist in der Nutzung Sozialer Netzwerke – Danke!

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